Wenn Mutter und Tochter zusammen ein Dirndl kaufen gehen, treffen hier zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinander. Die Mutter, die ihre bestimmten Vorstellungen hat, und die Tochter, die durchaus auch weiß, was sie will. Diese beiden Einstellungen unter einen Hut zu bringen, ist denkbar schwer, nicht nur beim Kleiderkauf, sondern auch bei allen anderen Dingen, die während der Pubertät so anfallen. Der nahende Abschlussball ist ein Anlass, bei welchem die Fronten sich eventuell sehr verhärten können.
Dass man zum Abschlussball nicht immer ein Dirndl kaufen kann, dürfte allen Müttern klar sein. Doch gerade in ländlichen Gegenden kommt auch die Landhausmode zum Tanzkurs Ende durchaus in Frage. Schließlich gibt es Dirndl und Konsorten durchaus auch in festlicher Form, nämlich bodenlang, in wertvollen Stoffen und edler Optik. Ob sich die Tochter letztendlich dafür begeistern lässt, muss ausdiskutiert werden.
Ob Mutter und Tochter zusammen ein Dirndl kaufen, oder doch lieber zu einem Abendkleid mit eleganten Pumps und Hochsteckfrisur tendieren, muss sich einige Tage vor dem Ball dann doch geklärt haben, denn nun brennt die Zeit, um alle Vorbereitungen zu treffen und auch, um alle nötigen Accessoires zu besorgen. Ist die Entscheidung für das Dirndl gefallen, muss auch Handtasche, Schuhwerk und Schmuck dementsprechend ausgewählt werden.
Noch Jahre später kann der Vorwurf, dass die Tochter ein Abendkleid statt einem Dirndl kaufen wollte, Thema sein, in der Beziehung zwischen ihr und der Mutter. Zwar wird dabei immer ein Augenzwinkern die Aussage der Tochter begleiten, und auch die Mutter süffisant grinsen, vor allem, wenn sie damals ihren Willen durchgesetzt hat, dennoch ist der Kleiderkauf zu einem Abschlussball immer ein besonderes Erlebnis, egal, welches Kleid ausgewählt wird.
